Nach den Angaben ehemaliger und auch der derzeitigen Sozialdiener kann man die Einsatzstelle vor allem mit einem Wort sehr gut beschreiben: arbeitsintensiv. Als mit Philipp Scherbaum letztes Jahr nur ein österreichischer Zivilersatzdiener an der Casa Hogar arbeitete, gab es aufgrund der vielen Arbeit, die er zu erledigen hatte, Kontakt-Schwierigkeiten mit den Kandidaten und den Vereinsmitarbeitern in Österreich. Und es wurde aufgrund dieser unklaren Situation kurzzeitig sogar überlegt, die Entsendungen nach Guatemala einzustellen. Das konnte aber inzwischen in mehreren Gesprächen und Online-Konferenzen geklärt werden. Vielen Dank bei allen, die hier mitgeholfen haben.
Nachdem dieses Jahr wieder zwei Auslandsdiener an der Stelle tätig sind, kann das Arbeitspensum wieder gut bewältigt werden. Jeden Tag wird ein strikter Zeitplan eingehalten, der an normalen Tagen folgendermaßen aussieht: Um halb fünf muss einer der beiden, manchmal auch beide, mit den Kindern und Jugendlichen aufstehen, Frühstück machen und die Kinder zum Bus bringen. Nachdem die Kinder in den verschiedenen Schulen untergebracht sind, fallen täglich verschiedene Arbeiten an der Casa an. Am frühen Nachmittag müssen die Kinder wieder vom Bus abgeholt werden. Danach wird den Kindern bei den Hausaufgaben geholfen, mit ihnen gelernt und die Freizeit mit den Kindern gestaltet. In dieser Freizeit werden häufig Sport oder Spiele angeboten. Der Abend ist oft der einzige Zeitpunkt an dem man ein wenig Zeit für sich hat.
Weiters werden aus eigener Initiative häufig Projekte organisiert. In den letzten Monaten wurden mit den Kindern 1000 Bäume gepflanzt, man fuhr mit Spendengeldern auf einen Vulkan und zu einer Schildkrötenfarm, ein Studienraum wurde eingerichtet und ein Englischkurs gestartet. Diese Projekte können nur stattfinden, wenn sich die Auslandsdiener auch selbst dafür einsetzen und ihre Freizeit investieren.
Das Problem für diese Einsatzstelle könnte in den nächsten Jahren sein, dass der Österreichische Auslandsdienst aufgrund des geringen Fördervolumens nicht zwei finanzierte Sozialdiener nach Guatemala schicken kann. Speziell bei diesem Projekt wäre aber eine Doppelbesetzung wichtig - wie das Jahr 2011 gezeigt hat. Wir sind jedoch bemüht das Projekt weiterhin bestmöglich zu unterstützen.